Die Anwendung der bestimmten und unbestimmten Artikel im Deutschen

Gebrauch des Artikels

I. Der bestimmte Artikel

Der bestimmte Artikel wird gebraucht, wenn eine Person oder Sache bekannt ist oder vorher genannt wurde oder wenn es sich um allgemein bekannte Personen, Sachen oder Begriffe handelt. Beispiele:

  • Der Lehrer schreibt an die Tafel.
  • Die Tafel hängt an der Wand.
  • Das Parlament hat die Sommerpause beendet.

Der bestimmte Artikel steht immer bei Superlativen. Beispiel:

  • Der Mount Everest ist der höchste Berg der Erde.

Manche Präpositionen können mit dem Artikel zusammengezogen werden. Beispiel:

  • Die Sonne geht im Osten auf und im Westen unter.Wir gehen am Freitag ins Kino.
Präposition + dem (Dat. Sg. m und n): am, beim, im, vom, zum
Präposition + der (Dat. Sg. f): zur
Präposition + das (Akk. Sg. n): ans, ins

Der unbestimmte Artikel

Der unbestimmte Artikel wird gebraucht, wenn eine Person oder Sache unbekannt oder im Kontext noch nicht genannt ist. Beispiele:

  • Ein Fahrrad kostet etwa 500 Euro.
  • Sie nahm eine Tasse aus dem Schrank.

Für unbestimmte oder noch nicht genannte Personen oder Sachen braucht man zunächst im Singular den unbestimmten Artikel ein, eine, ein; der Plural bleibt artikellos. Ab der zweiten Nennung derselben Person oder Sache steht der bestimmte Artikel. Beispiele:

  • Ein König hatte eine schöne Tochter. Der König lebte in einem prächtigen Schloss. Eines Tages kam ein Prinz zu dem Schloss. Der Prinz wollte die Tochter des Königs gewinnen… (aus einem Märchen)
  • Journalisten haben viele Wörterbücher und Nachschlagewerke. Die Wörterbücher stehen in einem Schrank, die Nachschlagewerke in einem Regal.

Der Genitiv Plural des unbestimmten Artikels wird nicht verwendet; man benutzt stattdessen von + Dativ Plural. Beispiele:

  • Man hört das Singen eines Vogels.Man hört das Singen von Vögeln.
Aber: Zusammen mit einem Adjektivattribut kann der Genitiv Plural gebraucht werden.
  • Der Professor liebt die Bücher moderner Schriftsteller.
  • Der Bau neuer Industrieanlagen zerstört die Landschaft.

In der Verneinung gebraucht man kein, keine, kein; Plural: keine. Beispiele:

  • Im Hotel war kein Zimmer frei.Wir haben keine Kinder.

Verneinung (kein, keine, kein):

maskulinfemininneutral
Nominativkein Mannkeine Fraukein Kind
Akkusativkeinen Mannkeine Fraukein Kind
Dativkeinem Mannkeiner Fraukeinem Kind
Genitivkeines Manneskeiner Fraukeines Kindes

Plural:

maskulin + feminin + neutral
Nominativkeine Männer / Frauen / Kinder
Akkusativkeine Männer / Frauen / Kinder
Dativkeinen Männern / Frauen / Kindern
Genitivkeiner Männer / Frauen / Kinder
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